Weihnachtsfeier 2013

Pferdekopf

Donnerstagabend, Renntag in Hamburg Bahrenfeld. Etwas verloren stehen die ersten Mitarbeiter vor dem Eingang des Ovals am Volkspark. Hier findet unsere Weihnachtsfeier statt? Von der freundlichen Mitarbeiterin der Eventagentur gibt es zur Einstimmung recht schmal geschnittene Nikolausmützen.

Gottseidank ist es ein milder Abend, denn wirklich wärmen kann der dünne Stoff nicht. Alle da? Dann rein ins Vergnügen. Wir werden durch die 2009 frisch renovierte und modern gestaltete Location geführt. Im terrassenförmig angelegten Restaurant besetzen wir eine nett abgeteilte Ecke mit Vierertischen, alle mit direktem Blick auf das Renngeschehen.

Vorsichtig schaue ich mich um. Was habe ich erwartet? Abgerissene Gestalten mit fiebrig flackernden Augen, den Wettschein in der Hand, Verzweiflung im Gesicht? Fehlanzeige – alles Normalos auf der Rennbahn. Man sieht zwar sofort den Unterschied zwischen uns Neulingen und den Alteingesessenen, das liegt aber eher am souveränen Auftritt als an Kleidung oder Alter.

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Eine Wettberaterin drückt jedem von uns einen Wettgutschein in Höhe von 25 Euro in die Hand. Dann erklärt sie uns alles, was wir wissen müssen. Die ersten Wettscheine werden ausgefüllt, ein paar mutige Kollegen wagen sich vorsichtig an die zwei Wettschalter. Eine Hürde besteht noch in der Überwindung des Schalterpersonals, das mit dem typischen Hamburger Schnack gesegnet ist und nicht mit Spott spart („Son Gewinn lohnt ja das Aufmachen meiner Schublade gar nich.“). Wer seine Wette erfolgreich platziert hat, atmet auf und konzentriert sich auf das Geschehen unten auf der Bahn. Eine aufgesetzte Lässigkeit bestimmt die Atmosphäre. Nur wenn die Pferde in den Zieleinlauf biegen, kommt so etwas wie Unruhe bei uns auf und die Wetter recken die Hälse. Auf den letzten Metern wird das „eigene“ Pferd lautstark angefeuert. Nach Rennende sind die enttäuschten Stimmen meistens lauter als die triumphierenden. Die Gewinne rieseln spärlich und spätestens nach den ersten drei Rennen ist uns klar, dass wir mit Pferdewetten nicht reich werden können. Nichtsdestotrotz wird eben dies lautstark angekündigt und mit sofortiger Kündigung gedroht. Zwischen den Rennen verkürzt uns ein wunderbares Buffet die Wartezeit. Es wird gegessen, getrunken und gefeiert, eben ganz so, wie eine Weihnachtsfeier sein soll.

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Am Ende des Abends sind sich alle einig, dass es eine spannende Erfahrung war und viel Spaß gemacht hat. Wir sind froh, dass wir uns einmal nicht selbst anstrengen mussten. Auf der anderen Seite werden auch Bedenken laut, dass Trabrennsport für die Pferde Quälerei ist und nicht von uns unterstützt werden sollte.

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Anstelle eines Fazits hier einige Originalkommentare der Kollegen zum Abend:

„Trotz meiner eigentlich unfehlbaren Strategie mein Geld auf das Pferd mit dem coolsten Namen zu setzen habe ich nur 8,60€ gewonnen.“ Christoph

„Nette und lustige Tischrunde, schönes Jahresrevue, sehr angenehme und gemütliche Runde durch dimmen des Lichtes alle 20 Minuten. Wunderbares Essen; wenn ich könnte wäre ich noch 10 Mal hingegangen. Nach dem Abend habe ich Festgestellt, dass eine Laufbahn als „Profi Pferdewetter“ nicht in Frage kommt.“ Jan B.

„Rennen 3 -> 2 EUR auf Platz „Magnycours“-> Quote 28; Rennen 9 -> EURO auf Sieg „Ravanelli“-> Quote 126! Auszahlung gesamt: 30.80 EUR! Auch wenn ich persönlich seit Jahren den Pferderenn-Events fernbleibe, weil ich gewisse moralische Bedenken habe, mit Pferden Geld zu machen, so fand ich es doch ganz fein – nicht des Gewinns sondern der Geselligkeit wegen. Das Buffet fand ich richtig gut. Da stellte sich übrigens auch heraus, dass der Durchschnitts-atlantis-Mitarbeiter eher Fleischesser ist und nix mit Salat am Hut hat, denn der war fast unangerührt.“ Mirko

„Gewonnen habe ich gar nichts, nicht einen Cent, nada y niente … naja vielleicht zwei Bier im Haus73 danach – gesponsert durch Mircos letzten erfolgreichen Wetteinsatz. War ein schöner Abend … bei den nächsten Fachgesprächen über Pferderennen kann ich nun endlich mitreden … Itsybitsy, Need for Speed, Paythebutcher, Okidoki … Zwillingsplatz-Wette, Platzzwilling-Wette, Platzwette-Zwilling, Fünferpasch, Kniffel … alles Begriffe mit denen ich nun um mich schmeißen kann … oder auch nicht.“ Jan R.

„Gewinn: unglaubliche € 9,60!! Aber eigentlich ist es schon krass, dass es immer noch Sportarten gibt, bei denen ein Lebewesen als Sportgerät eingesetzt und entsprechend behandelt wird. Das möchte ich nicht unterstützen. Das nächste Mal geh ich ins Casino!! Das Essen war superlecker, das Bier hat herrlich geperlt und die Atmosphäre auf der Rennbahn ist natürlich einmalig! Was will man mehr?? Es war eine sehr schöne, lustige und entspannte Weihnachtsfeier. Danke!!“ Elke

„Ich habe den ganzen Gutschein verbraten, ohne eine Wette gewonnen zu haben. Scheint, als sei meine Grundeinstellung den Pferden gegenüber gerechtfertigt. Das Event hat Spaß gemacht. Die Location wurde gut ausgewählt. Das Essen war Top. Nur die Servicekräfte schienen etwas überfordert gewesen zu sein. Bei der Bestellung von vier Getränken gleichzeitig, kamen (später) immerhin noch drei richtig an.“ Marc

„Gewinn: 13,60€. Viel wichtiger: Wir hatten einen sehr lustigen Dreiertisch und die geballte Kompetenz in Sachen Pferdewetten bei uns… keine Ahnung und davon ganz viel. Zumindest hat es dafür gereicht, dass wir alle drei in einem Rennen gewonnen haben. Aber noch viel wichtiger ist, wir haben öfter und mehr gewonnen als Michi!“ Olli



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